FCS Corona-Notizen: Wie geht es den Eltern?

Homeschooling – Kind am Schreibtisch, am dem Laptop Bildschirm läuft ein Film über Eisbären.

Langweile? Ein Fremdwort für Kirstin. Sie ist nicht nur im Vorstand der FCS, sie hat auch vier Kinder an unserer Schule (in den Jahrgängen 2,4,7 und 8) und arbeitet als Redakteurin. Wie ihr Alltag in den letzten Wochen aussah und worüber sie sich freut, wenn die ganze Familie zu Hause ist, hat sie uns für den Blog erzählt.

So lange mit der ganzen Familie zu Hause zu sein, kann wirklich anstrengend sein, aber du bist so ein positiver Mensch – was ist für dich das Schöne an dieser Zeit?

„Mir gefällt es total gut, dass man jetzt so nah an den Themen der Kinder dran ist. Ob beim gemeinsamen Frühstück oder Abendessen, ich bekomme alles mit, was sie beschäftigt und wir haben viele Diskussionen, zum Beispiel über Corona und warum so viele Menschen an die Verschwörungstheorien glauben. Alle haben in dieser Zeit ihr Päckchen zu tragen, aber es hilft nicht immer nur zu jammern, man muss auch das Positive sehen. Ich freue mich, dass wir mehr Zeit miteinander haben, uns mehr Zeit zum Spielen nehmen und bei tollem Wetter einfach rausgehen können. Wir haben schon so tolle Ausflüge gemacht, gemeinsam die Natur entdeckt und uns einfach treiben lassen.“

Und wie bringst du Kinder, Job und Haushalt unter einen Hut?

„Ich habe die komfortable Situation, dass ich aus dem Home Office arbeiten kann, mein Mann muss täglich ins Büro. Aber es ist auch schwierig und eine Gratwanderung – und manchmal kollidiert es auch, zum Beispiel wenn die Großen Videokonferenzen haben und die technischen Geräte brauchen. Ich arbeite 20 Stunden die Woche – und bis Mittwoch hatte ich gerade mal zwei Stunden geschafft, dafür habe ich heute (am Freitagvormittag, Anmerkung der Redaktion) viel aufgeholt. Eine Zeitlang habe ich mir den Wecker auf fünf Uhr morgens gestellt und dann bis neun, zehn, gearbeitet, aber das habe ich maximal drei, vier Tage am Stück durchgehalten. Ab zehn hatte ich dann Zeit für die Kinder, das war natürlich schön, aber das ist kein Leben das dauerhaft so geht. Die Zeit geht total schnell um – die Kinder schlafen länger, dann frühstücken wir und bis alle zum Lernen am Tisch sitzen ist dann schon bald wieder Mittagessenszeit. Mit vier Kindern zu Hause bin ich abends schon echt kaputt. Der Haushalt steht auch hinten an, aber das ist eben so.“

Pausen müssen sein, auch bei den Lernzeiten zu Hause: Hier tobt sich Kirstins Sohn Mattis auf dem Trampolin aus.

Wie ist es für dich, mit den Kindern gemeinsam zu lernen?

„Zum Glück haben die Kinder von der Schule her nicht so den Druck, den spüre eher mal ich als Mutter. Aber die Kinder haben ihr eigenes Tempo und das wird auch von der Schule gefördert. Sie strukturieren sich super selbst, gerade die Großen, und sind dann auch mal donnerstags mit den Wochenaufgaben fertig und freuen sich, den Freitag frei zu haben. Die Großen unterstütze ich eher bei den Projektthemen, da merke ich schon, dass das Zusammensein in der Klasse fehlt, das gemeinsame Überlegen, Diskutieren und der Austausch. Bei den Kleinen muss ich mehr erklären und auch mal daneben sitzen. Für meine jüngste Tochter war es toll, dass ihre Lehrerin sie nach den Osterferien angerufen hat – da hat sie gemerkt, dass das nicht alles so ins Leere geht.“

Und wenn bald wieder die Schule los geht?

„Das bedeutet für uns keine Erleichterung, sondern eher mehr Stress. Unsere Schule hat das gut umgesetzt und wir bieten mehr, als so manch andere, aber wir wohnen so weit außerhalb und dann muss ich alle Kinder zu unterschiedlichen Zeiten fahren. Ich möchte nicht, dass die Kinder zur Zeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren – und auch da müsste ich sie hinbringen und abholen. Mir macht schon auch das Ansteckungsrisiko Angst. Wenn meine Kinder nur für zwei Stunden in die Schule kommen müssen, lohnt sich das für mich kaum, da kann ich zu Hause gar nichts mehr machen. Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, ob die Kinder so viel davon profitieren. Ich empfinde die Tage daheim nicht als so schlimm, dass ich das Gefühl habe, die Kinder müssten jetzt unbedingt wieder zur Schule. Auch meine Großen sagen, dass sie jetzt ihre Struktur haben und das gut für sie funktioniert.“

Kirstins Tochter Svenja beim Lernen.

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