PRAXISLERNEN GROßGESCHRIEBEN

1 Das Praktikum: Rein ins (Berufs-)Leben!

Unterricht findet auch »draußen« statt, egal, ob Bauernhof, Museum oder eben Betrieb. Wir wollen sehen, wie wirklich gearbeitet wird. Raus aus der Schule, rein ins Leben. Die größte Herausforderung bilden dabei sicher die Praktika. Vier davon absolvieren die Schüler*innen in O und A.
Eine weitere Säule der FCS-Pädagogik, diesmal fast ganz ohne Lehrpersonen, denn diese kommen nur einmal zum Praktikumsbesuch vorbei. Und sehen sich danach – mit allen anderen Schüler*innen – die Praktikumspräsentationen an.

Hund, Katze, Meerschweinchen

Toms Praktikum, 7. Schuljahr

Ein Auszug aus rund zehn Seiten Praktikumsbericht

»Das hast du alles sauber gemacht? Da hast du fünf Euro Praktikantengeld!«, sagt ein Mann zu mir und drückt mir einen Schein in die Hand. Das war das witzigste Erlebnis meiner bisherigen Praktikumszeit. Ich glaube, ich werde das Geld morgen in die Spendendose des Tierheims legen.
 
Neben den normalen Tätigkeiten (heute mussten die Draußengehege von Kot und anderem Dreck gereinigt werden) konnte ich beobachten, wie die Tierfutterspenden für die Hängebauchchweine geliefert wurden. Der REWE Supermarkt in Gräfenhausen liefert diese immer einmal die Woche. Dabei habe ich erfahren, dass die Schweine lieber Obst essen als Pilze, sagte mir Kai, mein Praktikums-Betreuer und hier als Tierpfleger angestellt. Warum, weiß ich noch nicht, dass werde ich versuchen, morgen herauszufinden …

»Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden.
Es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.«

J. W. v. Goethe, 
Wilhelm Meisters Wanderjahre

2 Unser Stolz: Die Werkstätten

»Am Anfang jeder Eroberung, steht nicht das abstrakte Wissen, sondern die Erfahrung, die Übung und die Arbeit!«
Celestin Freinet

Die Werkstätten sind eines der Zentren unserer Pädagogik. Wir verbinden durch das Angebot vieler verschiedener Werkstätten (Holz -, Mal-, Druck-, Töpfer-, Textil- , Musik- und Theaterwerkstatt) theoretisches Wissen mit praktischem Handeln. Folgend öffnen wir ihre Türen…

Die Holzwerkstatt

Bobby hat die Vision, ein cooles Gefährt mit Motorantrieb zu bauen. Kürzlich hatte er zusammen mit einem Mitschüler mit viel Eifer und Geduld einen ausrangierten Zwei-Taktmotor wieder gangbar gemacht. Dieser soll jetzt als Antrieb dienen. Adam hat einen alten Fahrradrahmen mitgebracht, der inzwischen kaum mehr wiederzuerkennen ist. Die Hälfte ist schon abgesägt. Blöd nur, dass die Achse so schwierig zu bauen ist. Die Kugellager fehlen. Erstmal muss nun der Rahmen aus Holz herhalten. Das wird schon!


Die Druckwerkstatt

Stolz hält Tobi seinen Druckstock hoch. »Das hab’ ich gemacht!«, strahlt er und deutet auf die bunten Abzüge. Sie hängen jetzt an der Wäscheleine zum Trocknen. Sie sind das Ergebnis geduldigen Ritzens, kräftigen Walkens und genussvollen Experimentierens mit verschiedenen Druckfarben. Auf diese Weise entstanden in der Druckwerkstatt schon viele Bilder, die beispielsweise als Postkarten oder zur Illustration eigener Texte genutzt werden konnten. Und auch diese können hier ganz im Sinne von Celestin Freinet gesetzt und gedruckt werden.

Die Malwerkstatt

»Das Wetter ist so schön! Können wir heute draußen malen?«, fragt Soley mit künstlerischer Begeisterung in den Augen. Im Sommer stehen die Kinder gerne mit Pinseln in der Hand an den Staffeleien draußen auf dem Schulhof. Im Winter und bei Regen wird mit unterschiedlichen Farben und Techniken zu vielfältigen Themen in der Malwerkstatt gemalt, gezeichnet und gestaltet. Mal- und Druckwerkstatt teilen sich einen großen Raum.

Die Töpferwerkstatt

Egal ob eine einfache Daumenschale oder ein Kerzenständer, eine selbstgeformte Tasse oder ein großes bildnerisches Kunstwerk – hier ist alles möglich: Zumindest alles aus Ton. Nach ausreichender Trocknung werden die Tonarbeiten im großen Ofen gebrannt und mit Engobe oder Glasur verziert. Nachdem die Schüler*innen hier ein Diplom erworben haben, können sie in den Pausenzeiten die reich ausgestattete Töpferwerkstatt selbstständig nutzen.

Die Textilwerkstatt

»Birgit, mein Unterfaden verwurschtelt sich immer! Kannst du mir mal helfen?«, »Wie ging das nochmal mit dem Maschenaufnehmen?«, »Wo sind denn die Filznadeln hingekommen?«. Alltägliches Stimmengewirr in der Textilwerkstatt.  Hier wird genäht, gehäkelt, gefilzt und viel ausprobiert, was mit Stoff, Faden, Wolle, Perlen und anderen Bastelmaterialien möglich ist. Mal mit Erwachsenen, mal selbstorganisiert.

Der Garten

Die FCS ist von Grün umfangen – vieles ist wild, an manchen Stellen ist es auch selbst angelegt. Gleich an mehreren Stellen werden Gärtchen und Beete von Schülerinnen und Schülern gepflegt. Bepflanzt werden sie von den Kindern in Eigenarbeit, in Eltern- und Lehrerangeboten. Vor allem im Frühjahr haben unsere Gärten Hochsaison und zur Erntezeit sieht man dann die Kinder mit Tomaten, Kräutern und Beeren durch die Schule ziehen.

Die (O-)Küche

Ab dem 7. Jahrgang gibt es das Fach »Arbeitslehre«. Ein wichtiger Teilbereich dieses Faches ist die Hauswirtschaftslehre. In der O-Küche wird gemeinsam gekocht und gebacken, gelernt, was Hygiene bedeutet und was man im Umgang mit Lebensmitteln alles beachten muss. In der O-Küche bereiten Schüler*innen-Gruppen unterstützt von Eltern auch für Schulfeste die Verpflegung zu. So bestimmt auch auf der Karte beim nächsten Sommerfest: Pommes frites, Waffeln und Suppen.
Auch in den anderen Stufen gibt es Küchen, in denen immer wieder Angebote stattfinden.

Die Medienwerkstatt

In Zeiten von Notebooks und Tablets haben wir unseren früheren Medienraum abgeschafft und können nun mit unseren Mobil-Geräten überall in der Schule arbeiten. Wichtig beim Umgang mit Medien ist uns zuerst das Kennenlernen der Vielfalt der Anwendungen, von “Word” über “Writer” bis “Pages”. Wichtig ist uns auch die Medienethik.

Dabei bleiben wir, wie es für uns typisch ist, nicht vor unseren Notebooks sitzen. Wir gehen raus und arbeiten auch mit tollen externen Anbietern zusammen, die uns in·s·pi·rie·ren. Das Ergebnis einer solchen Zusammenarbeiten stellen wir am Ende dieser Seite vor.

Medien-Werkstatt ... ganz schön smart

Eine Kooperation von Kindern der M-Gruppe mit dem Institut für Medienpädagogik und Kommunikation Hessen (MuK Hessen)

»… sondern die Erfahrung, die Übung und die Arbeit!«

Célestin Freinet

 

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