Unser Leit-Bild und unsere Leit-Idee
In der integrierten Gesamtschule mit Grundstufe werden Schüler*innen vom 1. bis zum 10. Jahrgang unterrichtet.
Kinder und Jugendliche lernen gemeinsam in altersgemischten Gruppen. Die Idee der Inklusion gehört schon seit vielen Jahren zum Leitbild unserer Schule und ist bei uns gelebte Praxis.
Projekt Lernen – Ziel Mündigkeit
Dieses Jahr also »Mittelalter«. So lautet das Ergebnis des Auswahlprozesses in der U (Jahrgänge 1 bis 3). Die Themen »Fotografie« oder »Haustiere« wären auch interessant gewesen, aber Ritter, Burgfräulein und Kloster haben am Ende das Rennen gemacht.
Vom 1. Jahrgang an bestimmen die Kinder ihre Themen mit. Die Stammgruppe muss sich einigen, welches Großprojekt sie gemeinsam angeht. So lernen alle – Schüler*innen und Lehrpersonen – sozial zu interagieren. »Wappen«, »Essen« oder »Kleidung« lauten einige der eigenen Themen, über die die Kinder das umfassende Thema »Mittelalter« erschließen.
Der Unterrichtsbereich “Themenarbeit” ermöglicht durch das fächerübergreifende Arbeiten und die bunt gemischten Unterthemen viele spannende Einblicke quer durch alle Fachbereiche. Hier ist Raum für fächerübergreifendes Denken und Arbeiten.
Projekt Bildung – Ziel Mensch
Letztlich sollte das Lernen nur ein Ziel haben. Jan Amos Comenius beschreibt es mit »Wer als Mensch geboren ist, soll als Mensch zu leben lernen!« Die Wissensbildung umfasst an der Freien Comenius Schule auch immer die Wertebildung.
Und genauso holen wird das, was uns umgibt, herein in die FCS. Bei den Elternangeboten und bei der Themenarbeit sind auch die Eltern mit ihren Hobbies und ihren beruflichen Erfahrungen mit dabei: Die Mutter von Magdalena kann Bücher binden, der Vater von Finn Trickfilme drehen. Ob Geocaching, Fußball, Kochen oder Speckstein, die unterschiedlichsten Erfahrungen der Eltern spielen eine wichtige Rolle an der FCS.
Nach dem Reformpädagogen Celestin Freinet wird hier den Kindern »das Wort gegeben« – und auch den Erwachsenen.
Weitere Infos und Einblicke in das Schulleben an der FCS zum Download:
Unser Namensgeber
»Allen alles ganz!«
Jan Amos Comenius
Zeichnung © Mia und Sophie
Der Erfinder der Mathetik
Weit über das 17. Jahrhundert hinaus
Comenius lebte im 17. Jahrhundert und wird als dessen großer Pädagoge angesehen. Er entwarf eine Pädagogik vom Kinde her und doch mit Blick auf die Erwachsenenwelt, in die es hineinwächst. Er übertrug die Kindheitsphasen in Methodik und Didaktik. Und schuf etwas Neues: Mit der sogenannten Mathetik strebte er danach, Unterricht vom Kind aus zu denken. Er forderte – damals revolutionär – die Einbeziehung von Mädchen und Gehandicapten. Er hatte ein christlich-humanistisches Weltbild und wird heute als einer der ersten Europäer bezeichnet.
Auch heute noch
Die Gründer*innen der FCS haben die Pädagogik des Jan Amos Comenius sicher zur Namensgebung bewogen. Die Comenius Schule steht jedoch für mehr als den Rückbezug auf eine Person. In ihr kummuliert sich die Auseinandersetzung mit vielen Reformpädagog*innen und den neuesten Erkenntnissen der Neurobiologie. An die Seite von Comenius stellen sich so natürlich auch Pädagog*innen wie Celestin Freinet, aber auch Wissenschaftler*innen wie Gerald Hüther oder Frederic Vester. Jede Lehrperson bringt zudem ihre Sichtweise auf das Kind und das Lernen bereichernd mit ein.
Wer formt das Lernen?
Arbeiten die Lehrpersonen an der FCS daran, sich überflüssig zu machen? Der mathetische Blick – von den Schüler*innen aus – enthebt natürlich nicht den Blick auf die Realität in unserer Gesellschaft. Schlüsselqualifikation sind gefragt, vor allem Teamwork und Bereitschaft das erlernte Wissen zu teilen.
Lern-Wege
Und welche Lern-Wege kreuzen wir hier an der FCS?
Es gibt keinen vorgeschriebenen Lernweg, sondern laufenden Dialog zwischen Lernenden und Lehrenden.
Statt nur einen Lernweg findet jede*r mann- und frauigfaltig viele.
Man braucht sich einfach nur umzuschauen; viele Schulen setzen in Zeichen des Digitalpaktes auf die Neuen Medien. Andere hinterfragen diese sehr kritisch.
Wir sind der Überzeugung, dass beides geht: Lernen mit Kopf und Hand!
Wir haben viele Werkstätten in denen gemalt, gesägt, genäht oder Musik gemacht werden kann.
Aber auch mit Tablet und Co. kann man kreativ sein, tolle Filme drehen, Hörspiele aufnehmen oder Poster gestalten
Lernen in Gemeinschaft, denken in Kreisläufen
Montags empfängt der Morgenkreis die Kinder. Sie fragen sich gegenseitig, wie es ihnen geht, auf was sie sich freuen, was sie manchmal ärgert und ob sie sich vor etwas fürchten. Den Kreis leitet eine Schülerin oder ein Schüler – immer jemand anderes.
Der Kreis bleibt die Sitzordnung bis zum 10. Jahrgang. Auch dann, wenn es um das gemeinsame Lernen für die eigene Prüfung geht, gibt er die notwendige Sicherheit.
»Alles fließe aus eigenem Antrieb.«
Johann Amos Comenius